Flitterwochen und Inselhopping in Hawai’i
Big Island, Maui, Oahu und Kauai
Reisezeit: Oktober / November 2018
Wir können gar nicht mehr genau sagen, wie wir darauf gekommen sind. Es war vermutlich eine Kombination aus „wir wollen was Besonderes machen“ und der Tatsache, dass man Flitterwochen auf Hawai’i irgendwie im Kopf hat. Außerdem gab’s noch Bekannte, die ihre Flitterwochen ebenfalls auf Hawai’i verbracht haben und davon nur so schwärmten.
Je mehr wir uns mit den Inseln beschäftigt hatten, desto begeisterter wurden wir. Du erfährst hier, für welche Inseln wir uns entschieden haben und warum, welche Tipps wir haben und was unsere Highlights gewesen sind.
Honeymoon in Hawai’i
Hawai’i ist für uns aus Deutschland gesehen echt fast am anderen Ende der Welt. Von Flughafen zu Flughafen ist man mindestens 20 Stunden unterwegs. Das ist tatsächlich etwas abschreckend. Für uns war klar, dass bald Nachwuchs anstehen würde und wir sagten uns, dass wir zum „Abschluss“ und vor den Kindern nochmal eine große weite Reise machen. Nochmal ein echtes Highlight, bevor alles anders wird. Dafür war Hawai’i perfekt.
Also ging es an die Planung – denn für uns war klar, wir machen Hawai’i auf eigene Faust. Die hawaiianischen Inseln liegen mitten im Pazifik und man sollte meinen, dass sie sich alle recht ähnlich sind. Weit gefehlt! Klar, es gibt fast auf jeder Insel eine sehr grüne Seite (windwärts) und eine etwas kargere Seite (windabgewandt / leewärts) und die grün bewachsenen Berghänge kennst du aus Filmen wie Jurassic Park. Und doch gibt es auf jeder der vier beliebtesten Inseln (Oahu, Maui, Kauai, Big Island – daneben gibt es vier weitere Hauptinseln: Molokai, Lanai, Niihau, Kahoolawe) mehr als eine Sache, die die jeweilige Insel besonders macht. Dadurch ist es uns unglaublich schwer gefallen, uns für oder gegen die einzelnen Inseln zu entscheiden.
Es gibt auf engstem Raum fast alle Klimazonen der Welt – sogar Schnee! Das bedeutet, dass auch die Vegetation extrem abwechslungsreich ist. Mal grüne Graslandschaften, die an Schottland oder das Allgäu erinnern, mal alpine Wüste, mal Duschungel und und und. Selbst auf einer einzigen Wanderungen kannst du die verschiedenen Zonen erleben. Diese Vielfalt ist wunderschön und es wird garantiert nicht langweilig.
Hier kurz die Besonderheiten je Insel:
Big Island
Umgangssprachlich Big Island genannt, heißt die Insel eigentlich tatsächlich Hawai’i. Es ist die größte Insel und es gibt so viel zu sehen:
- mehrere aktive Vulkane und gute Chancen, flüssige Lava zu sehen
- den höchsten Berg der Welt, vom Meeresgrund an gemessen
- Wanderungen durch Vulkankrater und karge Landschaft mit erkalteten Lavaströmen im Volcanoes National Park und außerhalb
Maui
- den Haleakalā, einen Vulkan, auf dessen Gipfel es aussieht wie eine Mondlandschaft
- die sagenhafte und vor allem bei amerikanern auch berüchtigte Road to Hana
- das Fischerstädtchen Lahaina – wo es 2023 leider ein verheerendes Feuer gab, das den Großteil der Stadt zerstörte
Oahu
- die Hauptstadt Honolulu mit dem berühmten Waikiki Beach
- Pearl Harbor
- die berüchtigte Nordküste, das North Shore mit Banzai Pipeline
Kauai
- die „Garteninsel“ – sie ist soo grün!
- Napali Küste (Coast)
- Hanalei
- Waimea Canyon
Traumhafte Strände gibt’s auf jeder der Inseln! Das gilt auch für Wanderungen. Überall gibt es wunderschöne Trails in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und unterschiedlicher Vegetation. Surfen kannst du auch fast überall, es hängt allerdings von der Jahreszeit ab und wie groß die Wellen sein dürfen, ob ein Surfspot gerade was für dich ist.
Sind 4 Inseln zu viel?
Es fiel uns so schwer, eine der Inseln wegzulassen. Überall gab es etwas, das wir unbedingt sehen wollten und wenn man schon Mal so weit gereist ist, möchte man nichts missen. Gleichzeitig war uns klar, dass vier Inseln in vier Wochen sportlich sein würden. Hinzu kommt, dass die Inseln zwar nah beieinander liegen, man aber immer fliegen muss. Dadurch verliert man mal mindestens einen halben Tag. Uns war es das wert und wir haben ein einigermaßen straffes Programm gerne in Kauf genommen.
Was ist die beste Reihenfolge für die Inseln?
Keine Ahnung! Wir haben geschaut, welche Gabelflüge zur An- und Abreise für uns am besten/günstigsten sind. Unser Hinflug ging nach Big Island und der Rückflug von Kauai. Das hat sich so ergeben – eigentlich war es uns egal. Wir sind dann einfach von Süden nach Norden von Insel zu Insel gehüpft, um nicht kreuz und quer herumzufliegen. Wir hatten an der Reihenfolge Big Island, Maui, Oahu, Kauai nichts auszusetzen und waren total zufrieden.
Anreise nach oder Rückreise von Hawai’i mit längerem Zwischenstopp?
Viele werden dir empfehlen, auf der Hin- oder Rückreise einen kleinen Zwischenstopp in einer amerikanischen Stadt einzulegen. Oft ist die Empfehlung San Francisco. Du kannst die Flüge so buchen, dass du dort 2-4 Tage Aufenthalt hast. Das kann helfen, den Jetlag etwas abzufangen und es teilt die lange Reise auf.
Andererseits verkürzt es die Zeit, die du im tropischen Inselparadies verbringen kannst.
Für uns stand schnell fest, dass wir möglichst die volle Zeit auf Hawai’i nutzen möchten. Mit einem mehrtägigen Stop-over hätten wir definitiv eine der Inseln streichen müssen.
Also zogen wir durch – obwohl unsere Verbindungen mit zwei Mal umsteigen nicht ohne waren.
Unsere Erfahrung war: Wir haben es keine Sekunde bereut! Ja, der Flug bzw. die Flüge ziehen sich und irgendwann möchtest du einfach nur noch ankommen. Dafür hast du es dann in einem Rutsch durch.
Unser Hack zum Vermeiden von Jetlag in Hawai’i
Wir landeten gegen 22 Uhr und interessanterweise war es so, dass wir von der Reise so erschöpft waren, dass wir einfach nur ins Bett fielen, dann um 4 Uhr morgens kurz aufwachten, um gleich wieder bis 8 Uhr morgens weiterzuschlafen. Wir hatten also so viel Schlaf bekommen, dass wir den ersten Tag gut überstehen konnten. Die nächste Nacht schliefen wir schon durch. Wir hatten somit fast keinen Jetlag. Irgendwann mitten am Tag haben wir uns mal etwas komisch gefühlt, aber das war alles. Das hat uns total überrascht – bei 12 Stunden Zeitunterschied.
Auch bei unserer zweiten Reise nach Hawai’i (JAA, wir mussten wiederkommen!) haben wir das so gemacht und es hat wieder super funktioniert. Der Jetlag hat uns trotz des maximalen Zeitunterschieds viel viel weniger zu schaffen gemacht, als beispielsweise in den ersten Tagen in Mexiko-City oder in Singapur.
Basierend auf unseren Jetlag Erfahrungen zu Hawai’i lautet unser Tipp also: Schau, dass du abends landest, damit du direkt ins Bett kannst. Am besten klappt’s, wenn du auf dem letzten Teilstück vom Festland auf die Inseln kaum mehr schläfst. Bei unserer zweiten Reise waren übrigens die Kinder dabei und sogar bei ihnen klappte das super.
Tipp für Hochzeitsreisende und Hotelbuchungen
Nimm eine Kopie der Heiratsurkunde mit und gib bei Hotelbuchungen immer an, dass ihr in den Flitterwochen (‚Honeymoon‘) seid. Die meisten Hotels spendieren euch dann ein kleines Geschenk, z.B. eine Flasche Sekt, ein Dessert, ein Upgrade oder schönen Blumenschmuck auf dem Zimmer.
Unsere Route für Hawai’i
Hier findest du die Stationen unseres Inselhoppings
Tag 1-2
Erste Insel: Big Island
Die ersten zwei Nächte verbrachten wir im Hilton Waikoloa. Am ersten Morgen ging’s direkt zum legendären Iron Man nach Kona. Am zweiten Tag genossen wir noch ein bisschen das Hotel und fuhren dann nach Hilo.
Tag 2-4
Wir fuhren über die Saddle Road (Hwy 200) auf die andere Seite der Insel, nach Hilo, um die Ostseite der Insel zu erkunden. Für Jens definitiv ein Tiefpunkt – es ist die regenreichste Stadt der USA. Unsere Ausflüge von dort gingen in den Volcanoes National Park und auf den Gipfel des Mauna Kea.
Tag 4-8
Raus aus dem Regenloch, zurück auf die Sonnenseite. Wir wohnten in Kailua-Kona in einer Wohnung mit traumhaftem Ausblick und Meerblick. Von hier unternahmen wir einige Ausflüge auf der Insel.
Tag 8-12
Auf nach Maui! Wir wohnten die komplette Zeit in Kihei und sind von dort zu Ausflügen auf den Haleakalā, die Road to Hana, Lahaina aufgebrochen und waren einen Nachmittag Surfen.
Tag 12-18
Der nächste Stopp war Honolulu auf Oahu. Wir wohnten in Waikiki und unsere Ausflüge gingen nach Pearl Harbor, ans North Shore, auf den Kuli’ou’ou Gipfel und den Waimanolo Beach.
Tag 18-20
Nun flogen wir nach Kauai und verbrachten die ersten zwei Nächte in Poipu im Süden. Wir haben am Poipu Beach neben einer Robbe gechillt und sind einen Tag an den Waimea Canyon gefahren und dort gewandert.
Tag 20-27
Unsere letzte Unterkunft haben wir uns direkt am Strand ausgesucht, um noch einige Tage zu entspannen. Natürlich standen trotzdem einige Aktivitäten im Plan: Bootsfahrt an der Napali Coast, Heli-Rundflug über Kauai, eine Fahrt nach Hanalei mit Zwischenstopp am Kilauea Lighthouse. Das war ein herrlicher und entspannter Abschluss unserer Reise.
Darum finden wir Hawai’i unglaublich entspannt
Das Ankommen auf Hawai’i bzw. Big Island war speziell. Es war gegen 22 Uhr abends und wir waren überrascht davon, dass der Flughafen Kailua-Kona sehr offen ist, ja fast ein Outdoor-Flughafen. Klein, schnuckelig, mit tropischer Meeresbrise und hawaiianischer Musik – es hat nur noch die Lei (Blumenkette) gefehlt. Später haben wir lustigerweise festgestellt, dass man tatsächlich einen Empfang mit Blumenkette bestellen kann – wie cool ist das 🙂
Wenn du englisch sprichst und verstehst, macht das die Verständigung einfach.
Auf den Inseln und im Meer gibt es verhältnismäßig wenig gefährliche und giftige Tiere – im Vergleich zu anderen tropischen Reisezielen oder Australien. Es gibt keine giftigen Spinnen, keine Skorpione, keine heimischen Schlangen – du kannst dich also auch aus der Perspektive entspannen!
Im Ozean bei Hawai’i leben viele verschiedene Haiarten und sehr selten, aber immer wieder, kommt es zu Unfällen mit Haien. Außerdem gibt’s Quallen. Die gefährlicheren und unangenehmen sind dort die Portugiesische Galeere (engl. „Portoguese Man o‘ War“) und eine Art Würfelqualle („Box Jelly“). Schwimmst du in ihre Tentakeln, wird beides sehr schmerzhaft. Jemand, den wir getroffen haben, beschrieb den durch eine Portugiesische Galeere verursachten Schmerz mit ganz vielen Bienenstichen, nur noch brennender. Vielleicht hast du schon Mal von der berüchtigten Würfelqualle gehört. In Australien bspw. gibt es die „Seewespe“, deren Stiche schnell zum Tod führen können. Glücklicherweise handelt es sich bei den Würfelquallen bei Hawai’i um eine andere Gattung und die der Kontakt ist selten tödlich.
Im Urlaub möchtest du natürlich trotzdem beide Begegnungen vermeiden. Achte daher auf die Warnschilder an Stränden mit Lifeguards. Außerdem treten die Box Jellies an den Stränden vor allem 8-10 Tage nach Vollmond auf. Meist an den südlichen Stränden. An diesen Tagen wird fast immer über gestochene Personen berichtet. Es ist das Meer und in der Natur wirst du nichts ganz ausschließen können – aber wenn du das Risiko beim Thema Quallen minimieren möchtest, gehst du an den Tagen mit hohem Risiko nicht baden. Das Waikiki Aquarium hat auf seiner Webseite einen Quallen-Kalender, der zeigt, wann das Risiko wie hoch ist. Daran kannst du dich orientieren und an diesen Tagen dann eher Ausflüge unternehmen. Berücksichtige die rot markierten Tage also am besten schon bei deiner Reiseplanung. Gleichzeitig solltest du auch keine übertriebene Angst haben und im Zweifel beim Bademeister nachfragen und beobachten, was die Einheimischen machen.
So, es sollte darum gehen, warum Hawai’i so entspannt ist und gar nicht so viel um Quallen 😀
Vielleicht trotzdem noch eine Sache zum Meer: Bitte unterschätze seine Kraft niemals! Hawai’i liegt mitten im Ozean und die Kraft der Wellen ist brutal. Auch klein aussehende Wellen können dich ganz schön durcheinanderwirbeln. Hinzu kommen teilweise starke Strömungen, die auch geübten Schwimmern regelmäßig Schwierigkeiten bereiten. Mach‘ dich vorab vertraut damit, was du machst, wenn du in eine Strömung kommst und beobachte immer erst einmal die Brandung. Wo baden/schwimmen Menschen und wo nicht. Geh‘ nie alleine schnorcheln und bevorzuge Strände mit Lifeguards. Die sind fast immer superfreundlich und du kannst gerne nachfragen, was es am jeweiligen Strand zu beachten gilt.
Dadurch, dass die Verständigung gut klappt und alles im westlichen Standard ist, fallen viele Sorgen oder Dinge weg, die man in manch anderem Paradies vielleicht beachten muss. Die Hygiene ist gut, es gibt keine speziellen Krankheiten, es gibt alles zu kaufen, die Sicherheit ist hoch und und und.
Natürlich fehlt noch ein ganz wichtiger Faktor: der Aloha-Spirit
Was ist der Aloha-Spirit?
„Aloha“ wird zur Begrüßung gesagt, statt „danke“ verwendet und steht sogar auf manchen Schildern im Straßenverkehr. Doch wie passt das zusammen und was bedeutet Aloha tatsächlich? Es ist tatsächlich eine Lebenshaltung.
Der Aloha Spirit beschreibt, wie man miteinander umgeht:
Liebe & Mitgefühl (Akahai)
Respekt & Freundlichkeit (Lōkahi)
- Großzügigkeit & Hilfsbereitschaft (ʻOluʻolu)
- Bescheidenheit (Haʻahaʻa)
Geduld (Ahonui)
Schau dir mal die Anfangsbuchstaben der hawaiianischen Worte an – so kommt ALOHA zustande.
Diese Werte sind sogar gesetzlich verankert (Hawaii Revised Statutes §5-7.5) – Beamte sollen Entscheidungen im Sinne des Aloha Spirit treffen.
So wundert man sich im ersten Moment kurz über ein Schild, auf dem steht „Drive with Aloha!“ – dabei ergibt es total Sinn, sobald man verstanden hat, was hinter Aloha steckt.
In diesem Sinne ist man freundlich, man hilft sich ohne Erwartung und nimmt Rücksicht auf andere und insbesondere die Natur und Umwelt. Diesen Spirit und den dadurch vorhandenen Vibe zu erleben, war für uns etwas ganz Besonderes und es ist tatsächlich schwer zu beschreiben. Das muss man erleben.
Entspannt im Paradies
Durch die Kombination all dieser Faktoren kann man einfach nur entspannt sein. Es fällt einem wirklich schwer, auf Hawai’i gestresst zu sein und das ist wunderschön. Man muss sich quasi keine Sorgen machen oder große Angst vor irgendwas haben und wenige Regeln befolgen, damit man gesund bleibt. Du hast Lust auf einen Salat, dann iss einfach einen. „Peel it, cook it or leave it“ braucht es hier nicht. Wir haben Einheimische gesehen, die am Strand waren und im Auto ihr Macbook bei offenen Fenster auf dem Beifahrersitz haben liegen lassen. Während unseres ganzen Urlaubs hatten wir kein einziges Mal das Gefühl, dass uns jemand abzocken möchte oder uns als Touristen „melken“ möchte. Das war sehr schön.
Hinweis: Natürlich gibt’s auch Diebstahl und andere Verbrechen auf den Inseln und es gibt Gegenden, in denen man nicht unbedingt zur falschen Uhrzeit sein muss. Sei vernünftig, nutze deinen gesunden Menschenverstand und lass – wie überall sonst – keine Wertsachen im Auto. Auch nicht nur kurz an einem der vielen Scenic Viewpoints.
So haben wir unsere Unterkünfte gefunden: airbnb & VRBO
Nachdem wir uns für die Inseln entschieden hatten und die Route grob abgesteckt, ging’s an die Suche der Übernachtungsmöglichkeiten. Wir haben uns eher für Wohnungen als für Hotels entschieden, um uns hin und wieder selbst versorgen zu können und vor allem um flexibler zu sein. Am Ende waren drei unserer Unterkünfte Hotels.
Wir haben uns überall umgeschaut, auf booking und airbnb natürlich auch. Wir haben aber auch bemerkt, dass sehr viele Wohnungen über VRBO vermietet werden. Hier lohnt es sich auch zu vergleichen. Manche Objekte sind zu unterschiedlichen Preisen auf mehreren Plattformen verfügbar. Achte beim Buchen unbedingt auf die verschiedenen Gebühren und stell sicher, dass du verstehst, was der Endpreis ist und dass wirklich keine Kosten/Gebühren mehr dazukommen.
Ein Wort, das wir auch erst in der Vorbereitung der Reise kennenlernten, war „Condo“. Es ist die Kurzform von Condominium und im Prinzip ein anderer Name für Wohnung oder Wohneinheit. Das Wort wird dir überall begegnen.
Oft gibt es gar keine klassische Schlüsselübergabe, sondern die Schlüssel sind in einer Schlüsselbox und du erfährst den Code zum Entnehmen der Schlüssel. Mittlerweile ist das ja schon vielerorts so.
In vielen Wohnungen oder Anlagen gibt es Strandstühle, Sonnenschirme, Boogie-Boards oder Schnorchelmasken und Flossen, die du (kostenlos) verwenden darfst. Das ist unglaublich praktisch. Gerade, wenn du von Insel zu Insel fliegst, nimmst du nicht mal eben den Sonnenschirm mit. Andererseits brauchst du aber einen, wenn du am Strand bist. Wahrscheinlich lassen viele der Gäste diese Sachen am Ende ihrer Reise einfach dort. Die nächsten Gäste freut’s. Oft findest du entsprechende Infos in den Details oder der Beschreibung.
In den letzten Jahren ist die Verwaltung der Inseln gegen einen riesigen Wildwuchs an airbnb-Appartments vorgegangen und hat viele dichtgemacht. Eigentlich braucht jede Wohnung eine formelle, offizielle Genehmigung – ohne sie ist die Kurzzeitvermietung nicht erlaubt. Jede legale Ferienwohnung hat eine staatliche Registrierungsnummer / Lizenznummer. Sie sollte irgendwo ersichtlich sein, d.h. im Inserat und auf der Buchungsplattform. Du kannst sie im Zweifel erfragen.
Falls keine Nummer vorliegt, ist die Kurzzeitvermietung wahrscheinlich illegal. Das kann übrigens trotzdem gutgehen. Im schlimmsten Fall steht die Wohnung nicht mehr zur Verfügung, wenn du ankommst. 2018 waren wir uns diesen Themas gar nicht bewusst. 2025, bei unserer zweiten Reise haben wir davon vorab mitbekommen. Das war die Erklärung, warum wir auf Oahu außerhalb von Waikiki kaum Wohnungen gefunden haben.
Mietwagen mit oder ohne Allrad auf Hawai’i?
Die Antwort auf diese Frage ist: Kommt darauf an. Es kommt darauf an, was du vor hast. Auf jeder der Inseln gibt es Routen oder Ausflüge, die du nur mit Allrad und möglicherweise nur mit einem echten Geländewagen machen kannst. Gleichzeitig gibt es überall genug zu sehen, wofür ein normales Auto ausreicht.
Die allermeisten Mietverträge für Autos auf Hawai’i schließen unbefestige Feldwege (Dirt Roads) und Offroadfahrten aus. Zusätzlich werden manche Straßen explizit ausgeschlossen, z.B. die Manua Kea Summit Road auf Big Island ab dem Visitor Center. Das hat zur Folge, dass du bei der Fahrt auf den Gipfel nicht versichert bist (Schaden, Abschleppung, Unfall). Wir haben das, wie viele andere auch, trotzdem gemacht. Dort ist übrigens wichtig, Allrad im richtigen Modus für die Rückfahrt vom Gipfel aktiviert zu haben, um die Motorbremsung zu nutzen, damit die Bremsen nicht glühen und versagen.
Überlege dir vorab gut, welche Ausflüge du machen möchtest und schau dir die Bedingungen beim jeweiligen Anbieter an. Danach kannst du das Risiko abwägen und entscheiden, welche Routen du fährst. Richtiges Offroad-Fahren als Erlebnis geht beispielsweise auch auf Kauai – das haben wir uns aber nicht getraut.
Wir hatten uns dafür entschieden, auf Big Island und Kauai einen Jeep Wrangler mit Allrad zu mieten. Dort wollten wir einigermaßen flexibel sein und uns nicht durch die Wahl des Autos Möglichkeiten verbauen. So wirklich gebraucht haben wir Allrad eigentlich auf jeder der beiden Inseln jeweils nur ein Mal. Auf Maui haben wir uns den Classic, einen Ford Mustang Convertible / Cabrio gegönnt und auf Oahu einen ganz normalen Mietwagen.
Vergleiche auf jeden Fall verschiedene Anbieter und Portale. Manchmal findet man Schnäppchen beim ADAC oder falls du Zugriff auf Mitarbeiterangebote / Corporate Benefits hast, kann sich darüber der Blick direkt bei den großen Anbietern, insbesondere Alamo, lohnen. Achte, wie üblich, auf gute Bedingungen, die Versicherungen und Deckungssummen. Es lohnt sich bei Buchungen mit der Option kostenlos stornieren zu können, den Preis in der Zeit bis zur Reise ab und zu mal zu checken. Manchmal ist der Preis zwischenzeitlich günstiger.
Wie viel kostet ein Urlaub auf Hawai’i?
Hawai’i gilt als sehr teuer und wir können das bestätigen.
Für unseren Urlaub dort haben wir für fast 4 Wochen alles in allem gemeinsam 12.000€ ausgegeben. Das war 2018 sehr viel Geld für einen Urlaub. Heute (2026) ist das gar nicht mehr so wild. Der Familienurlaub am Mittelmeer in dem Sommerferien liegt auch ruckzuck bei 6.000 – 8.000€ für 2 Wochen – wenn man sich mal umschaut.
Wir haben während der Flitterwochen kaum gespart. Ab und zu wurde selbst gekocht, aber meistens waren wir auswärts essen.
- Die Flüge nach Big Island und zurück von Kauai haben ca. 1.300€ / Person gekostet
- Drei Flüge zwischen den Inseln ca. 220€ pro Person
- Unterkünfte: knapp 5000€ für 27 Nächte, d.h. ~180€ pro Nacht im Schnitt
- Heli-Rundflug auf Kauai (ohne Türen): 600€
- Mietwagen auf allen 4 Inseln: 1125€
Bleiben ca. 2.500€ für Essen, Trinken, Ausflüge, Eintrittsgelder, Sprit und Souvenirs.
Als Ausflüge und Aktivitäten hatten wir:
- Surfstunde auf Maui
- Luau im Grand Waliea auf Maui (200€)
- Schnorcheln mit Manta-Rochen bei Kona (160€)
- Bootsfahrt an der Napali-Coast auf Kauai
- Jahreskarte für US National Parks (genutzt auf Maui und Big Island)
- Pearl Harbor
Generell sind viele Lebensmittel teurer als auf dem Festland. Das hat natürlich damit zu tun, dass das allermeiste auf die Inseln transportiert werden muss und das kostet Geld.
Lokales Obst und Gemüse sind dagegen relativ günstig.
Wir waren im Sommer 2025 nochmal auf Hawai’i – diesmal mit Kindern. Sobald der Artikel über diese Reise fertig ist, werden wir ihn hier verlinken. Was wir schon Mal verraten können: Der durchschnittliche Preis der Unterkünfte lag wieder bei ca. 180€ pro Nacht.
Tipps für deine Reiseplanung
Wir haben die Unterkünfte vorab gebucht und wenn du auch schon weißt, wo du wann sein wirst, solltest du dich für manche Ausflüge auch schon auf ein Datum festlegen.
Für einige Sehenswürdigkeiten brauchst du vorab eine Reservierung / Buchung und wenn du zu spät dran bist, hast du vielleicht Pech und kannst gar nicht hin.
Das gilt für:
Haleakalā (Maui)
die Sunrise Slots sind besonders schnell vergriffen
Waiʻānapanapa State Park (Maui)
Ein an der Road to Hana gelegen und außergewöhnlich schöner schwarzer Strand mit grünem Gebüsch. Als wir dort waren, brauchte man noch kein Ticket. Gegen Überfüllung und Überlastung der Natur wurde die Anzahl der Besucher beschränkt und nun ist ein Ticket nötig. Als Tourist benötigst du Parkplatz ($10) + Eintritt pro Person ($5) (Preise 2026) und musst vorab buchen. Mehr Details und den Link zum Buchungssystem findest du hier.
Pearl Harbor (Oahu)
Buche dein Ticket am besten über die offizielle Seite im Voraus. Touren über andere Anbieter sind oft überteuert.
Hanauma Bay (Oahu)
Tickets ab 2 Tage vorher hier erhältlich und schnell ausverkauft. Achtung: limitierte Anzahl Parkplätze. Montag und Dienstag geschlossen
Diamond Head
Hier sind die Sunset-Termine am beliebtesten. Mehr Infos und Link zur Reservierung.
Dieses Forum hat uns sehr geholfen!
Das Hawai’i-Forum von Angie war unglaublich hilfreich für uns und die Reiseplanung. Du findest dort viele Fragen mitsamt Antworten und falls du selbst mal eine bisher unbeantwortete Frage hast oder Rat brauchst, wird dir dort immer weitergeholfen.
Visum / ESTA erforderlich
Zur Einreise in die USA brauchst du als Staatsbürger Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz das ESTA. Es gibt viele Webseiten, die mit der Unsicherheit vieler Menschen zum Thema ESTA Geld verdienen möchten und es auch tun.
Du brauchst vor der Beantragung keine Angst haben. Achte darauf, dass du es über die offizielle ESTA-Webseite machst.
Ist der Oktober eine gute Reisezeit für Hawai’i?
Das Klima in Hawai’i ist das ganze Jahr über gut genug für eine Reise und nachts fällt das Thermometer fast nie unter 20°. Wie weiter oben geschrieben, kann das Klima innerhalb weniger Kilometer arg unterschiedlich sein. Da die Inseln auf der Nordhalbkugel liegen, gibt es auch ein bisschen Sommer und Winter. Kurz gesagt: Es liegt weniger an Hawai’i, sondern viel mehr an dir, zu welcher Reisezeit du die Inseln besuchst.
Für die Auswahl deiner Reisezeit gilt es folgendes zu beachten
Von November bis März ist eher Winter und du musst mit etwas mehr Regen oder bewölktem Himmel rechnen. Keine Sorge, es ist trotzdem warm, aber die Wahrscheinlichkeit für Regenschauer ist höher.
Von April bis Oktober ist es trockener und gerade in den Sommermonaten ist das Meer ruhiger, es gibt weniger hohe Wellen.
Weil Hawai’i so vielfältig ist, kommt es also schon sehr darauf an, was du unternehmen und sehen möchtest. Zum Surfen ist es im Herbst/Winter besser und wenn du die legendären Big Waves am North Shore sehen möchtest, dann muss es der Winter sein.
Möchtest du lieber entspannt planschen, dann ist es vielleicht eher der Juli oder August.
Auch bei anderen Touristen ist Hawai’i das ganze Jahr über beliebt. Auch hier gibt es dennoch einige Phasen des Jahres, wo deutlich mehr los ist. Dazu zählt neben Weihnachten/Neujahr auch die Zeit der Sommerferien, d.h. Juli und August. Hier sind die Preise höher, es ist ggf. schwieriger eine Unterkunft zu finden und es herrscht hier und da mehr Trubel.
Wann sind die Wale in Hawai’i?
Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit gibt es auf den Inseln von November bis Mai zu bestaunen: Die Wale!
Vor allem von Januar bis März tummeln sich dort tausende Wale und die Buckelwale gebären ihren Nachwuchs. Besonders im Dreieck zwischen Maui, Molokaʻi und Lānaʻi lassen sich Wale wunderbar beobachten. Der erste Wal des Winters 2018 wurde leider erst gesichtet, nachdem wir abgereist waren. Ein bisschen hatten wir tatsächlich gehofft, dass sie früh genug für uns Anfang November ankommen würden. Naja, so bleibt was fürs nächste Mal.
So haben uns unsere Flitterwochen in Hawai’i gefallen
Die Flitterwochen waren unglaublich schön und wir haben uns in die hawaiianischen Inseln verliebt. Das Programm war straff und im Rückblick hatten wir wenige echte Strandtage und wirklich viel unternommen. Trotzdem hatten wir genügend ruhige Momente und Zeit, es zu genießen.
Wir hätten es doch tatsächlich auch noch länger ausgehalten und Jens war klar, dass das nicht das letzte Mal bleiben würde.
An das Essen und die lokalen Gepflogenheiten hatten wir uns schnell gewöhnt. Es gibt immer auch gesunde Varianten während es Fastfood an jeder Ecke gibt. Manchmal selbst was gesundes zu kochen hat auch gut getan.
Zu jeder Zeit haben wir uns absolut wohlgefühlt. Ganz besonders gefallen und beeindruckt hat uns das Lebensgefühl hier und der Aloha-Spirit!
Auch unser Plan war insgesamt super. Ja, vielleicht hätten wir ein paar Kleinigkeiten besser planen können. Die Slots für den so arg empfohlenen Sonnenaufgang auf dem Haleakala waren leider schon ausgebucht, als wir geschaut haben. Oder der Vulkan auf Big Island, der zig Jahre kontinuierlich Lava spuckte, hat einfach wenige Monate vor unserer Reise damit aufgehört – unverschämt!
Aber so ist’s beim Reisen eben und das macht es ja auch aus. Pläne ändern sich und gerade dadurch entsteht manchmal etwas besonderes.
Unsere Hawai’i-Highlights
1. Vulkane
Sowohl der Haleakalā als auch der Mauna Kea waren Highlights. Wir waren jeweils zum Sonnenuntergang dort und es war traumhaft. Außerdem sind wir im Volcano National Park wandern gewesen – das war fanden wir auch echt toll.
2. Napali Küste
Als wir auf Kauai waren, war der Trail an der Napali-Küste aufgrund vorheriger Unwetter gesperrt. Also haben wir die Küste bei einer Bootsfahrt vom Meer aus angeschaut. Wirklich atemberaubend!
3. Iron Man Kailua-Kona
Am ersten Tag nach unserer Ankunft am Vorabend fand der Ironman statt. Das einmal live zu sehen, die Temperatur zu fühlen und als Zuschauer dabei zu sein, war ein ganz besonderes Erlebnis. Am Ende wurden alle, die noch unterwegs waren, lautstark gefeiert! Gänsehaut pur!
4. Heli-Rundflug Kauai
Uns war klar, dass wir einen Heli-Rundflug machen wollten. Lange hatten wir überlegt, ob es uns den Aufpreis für „ohne Türen“ wert ist. Wenn man schon wenige Minuten nach dem Start Tränen des Glücks in den Augen hat, weiß man, dass die Entscheidung richtig war.
5. Schnorcheln mit Manta-Rochen
Der abendliche Ausflug mit dem Boot, um Manta-Rochen in freier Wildbahn zu erleben war ebenfalls ein unglaublicher und berührender Moment. Diese Wesen in echt zu sehen und ihnen ganz nah zu sein war ganz besonders. Bitte befolge die Regeln und fasse die Tiere auf gar keinen Fall an.
































Aloha Jens!
Du hast einen wirklich schönen Reisebericht von Hawai’i verfasst, mit unglaublich vielen nützlichen Informationen. Wir waren 2025 zuletzt auf Hawai’i, es war unser 20. Urlaub auf den Perlen im Pazifik, aber keine Frage: Wir könnten schon wieder los 🙂
Mahalo!
Aloha Angie!
Danke, das freut uns. Wow, 20 Mal – und es war euch bestimmt noch nie langweilig dort. Da fehlt bei uns noch eine „0“, aber das letzte Mal war der zweite Besuch im August 2025 sicher nicht.