Singapur Stopover mit Kindern
Dauer: 5 Tage
Städtetrip als Zwischenstopp
Reisezeit: Mitte Mai 2024
Bei der Suche nach Flügen für unsere Bali-Reise stolperten wir über Verbindungen via Singapur ohne großen Aufpreis. Natürlich mussten wir diese Gelegenheit beim Schopfe packen und so haben wir einige Tage in Singapur eingeplant.
In diesem Artikel erfährst du, ob 5 Tage zu lang oder zu kurz waren, wo wir gewohnt haben, wie wir die Stadt erkundet haben und wie wir dafür gesorgt haben, dass es auch den Kindern Spaß gemacht hat. Viel Spaß mit unseren Erfahrungen zu Singapur mit Kindern.
Warum sollte man über Singapur nach Bali fliegen?
Wie so oft vor allem der Neugier wegen. Singapur hat den Ruf eine extrem moderne Megastadt zu sein und fast jeder, der dort war, empfiehlt einem die Reise dorthin. Mit einem Zwischenstopp ließ sich das perfekt einrichten und dadurch war der Hinflug nach Bali auch etwas entspannter, da es non-stop von Frankfurt nach Singapur ging.
Wir wollten uns also selbst ein Bild machen und die Gelegenheit nutzen, diese beeindruckende Stadt zu erkunden.
Etwas Bedenken hatten wir auch. Solch eine große Stadt mit Trubel und tropisch feucht-heißem Klima kann nach einem elfstündigen Flug mit ordentlich Jetlag schon für Erwachsene eine echte Herausforderung sein. Wir wussten, dass wir auch den Kindern einiges zumuten.
Wie lange ging unser Zwischenstopp in Singapur?
Um genügend Zeit zu haben und um nicht mit Jetlag durch die Stadt hetzen zu müssen, sind wir ca. 5 Tage in Singapur geblieben und hatten 4 volle Tage zur Verfügung. Unser Fahrer auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel hat das ganz lustig kommentiert: „Singapur ist so winzig, du bist mit Auto oder Zug locker in einem Tag durchs ganze Land gereist – da wird euch doch nach 2 Tagen langweilig!“.
Im Nachhinein war unsere Entscheidung absolut richtig und wir konnten die Aktivitäten und Sightseeing gut auf die Tage aufteilen, während wir genug freie Zeit für Entspannung am Pool oder Kinderspaß hatten. Zu zweit oder alleine (also ohne Kinder) würden 2-3 Tage gut ausreichen. Wir haben aber auch eine Familie aus Deutschland kennengelernt, die eine gute Woche Urlaub in Singapur verbracht hat und dann wieder heimgeflogen ist. Auch das geht gut, denn Sehenswürdigkeiten gibt es genug. Du hast also selbst die Wahl, wie du dein Programm zusammenstellst und wie das Verhältnis von Entspannung zu Action ausfallen soll.
Das haben wir bei unserem Zwischenstopp unternommen
Hier siehst du, was wir in Singapur alles angeschaut haben.
Tag 1
Wir sind am frühen Abend angekommen und mit einem „Gojek“ vom Flughafen zum Hotel gefahren. Dabei haben wir erfahren, wie teuer ein Mercedes ist, was die Menschen verdienen und dass Viele einen Zweitjob haben, um sich das Leben in Singapur leisten zu können.
Tag 2
Wir sind zum Riesenrad und damit gefahren. Danach sind wir in den Flower Dome und Cloud Forest beim „Gardens by the Bay“.
Am Abend waren wir auf dem Newton Food Market essen (Achtung: Bargeld only!).
Tag 3
Mit der U-Bahn gings nach Chinatown, das Viertel und den berühmten Zahntempel sowie den Tempel „Sir Mariamman“ erkunden. Den Nachmittag verbrachten wir am Hotel-Pool.
Tag 4
Morgens sind wir durchs ION Orchard-Einkaufszentrum geschlendert und dann zu einem Wasserspielplatz in „Gardens by the Bay“. Freier Eintritt und ein Riesenspaß für die Kinder. Am Abend haben wir uns die Show an den Supertrees angeschaut.
Tag 5
Abends sind wir zur Lasershow „Spectra“, die auch eine Wassershow ist in der Marina Bay. Das Spektakel haben wir uns von der Terasse vorm „Shoppes“ Einkaufszentrum angeschaut. Anschließend gabs noch „Abschiedsdrinks“, um den letzten Abend ausklingen zu lassen. Das war herrlich.
Tag 6
Am letzten Tag ging es morgens frühstücken, ein bisschen am Pool chillen und dann nachmittags zum Flughafen. Wir dachten, dass uns eine Extrastunde reicht, die Sehenswürdigkeiten am und im Flughafen anzuschauen. Diesmal meinte unser Fahrer, dass eine Stunde bei Weitem nicht reiche.
Unsere Erfahrungen zu Singapur mit Kindern
Zur Zeit unserer Reise war unser Sohn 4,5 Jahre alt und unsere Tochter 1,5 Jahre.
Singapur hat uns super gefallen und dank eines entzerrten Programms, war es für alle einigermaßen entspannt. Es gibt Menschen aus vielen verschiedenen Ländern und wir haben es nicht geschafft, die Singapurinnen und Singapurer so wirklich kennenzulernen. Generell scheint Konformität wichtig zu sein und man sieht z.B. wenige Einheimische mit flippigen Klamotten aus der Reihe tanzen. Trotz der Größe der Stadt ist sie sehr sauber. Auf der Orchard-Road werden die Bürgersteige mindestens ein Mal täglich abgespritzt und geputzt, es liegt kein Müll herum. Das ist mit Kindern eher angenehm. Unsere Tochter hat es am dritten Tag leider geschafft, in der Trage einen ihrer Schuhe auszuziehen und wir haben ihn dann verloren. Die von uns zurückgelegte Strecke war nicht groß und Jens ist zurückgelaufen. Aber der Schuh tauchte nirgends auf und wurde nirgends abgegeben. Dabei dachten wir, dass doch gerade in Singapur die Chancen gut stehen müssten, ihn wiederzubekommen. Naja, ab da war sie dann einfach barfuß unterwegs, denn wer braucht schon Schuhe auf Bali?
Insgesamt waren Kinder überall willkommen.
Essen gehen mit Kindern
Sei dir bewusst: Singapur ist ein teures Pflaster. Wir sind am ersten Abend nach dem Check-In im Hotel „nur kurz ums Eck“ um schnell zu abend zu essen. Ja, es war auf der Orchard Road und ja, die zwei Bier waren besonders teuer. So kostete ein schnelles Abendessen dann umgerechnet 130 €. Das Gute ist, dass es eine große Bandbreite an Möglichkeiten gibt. Überall sind Restaurants sowie Cafés, in denen du Köstlichkeiten aus allen Ecken der Welt schlemmen kannst. Das klappt auch während der Erkundungstouren durch die Stadt – Essen gibt’s wirklich überall.
Unser Tipp, falls du deinen Geldbeutel schonen möchtest: Es gibt das Newton Food Centre (Foodmarket) für verhältnismäßig günstige Gerichte in abenteuerlicher Atmosphäre. Das war ein richtiges Erlebnis. Auch in den Shoppingcentern gibt es oft Foodmarkets und dort bekommst du Hauptspeisen für unter 10 €. Wir waren bspw. im Untergeschoss des „Shoppes“ in Marina Bay und echt positiv überrascht von den Preisen.
Strände für Kinder in Singapur
Für uns standen keine Strände im Programm. Wir hatten genug davon auf Bali eingeplant. Wenn du länger in Singapur bist und auch baden möchtest, gibt’s ein paar schöne Strände in der Nähe. Besonders beliebt sind die Strände auf Sentosa Island.
Kinderbetten & Unterkünfte
In Singapur ist viel Platz Mangelware oder einfach teuer. Das merkt ihr auch bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten nicht vor, viel Zeit auf dem Zimmer zu verbringen und entschieden uns für ein sehr kleines Zimmer in einem gut bewerteten Hotel mit schönem Pool und ausgezeichneter Lage an der Orchard Road. Im Zimmer gab es ein großes Bett für 3 von uns und darüber ein Hochbett für den Großen. Das Bad war außenliegend an der Glasfront mit herrlichem Ausblick.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in Singapur ist exzellent. Wir kennen Einige, die bei medizinischen Notfällen bspw. aus Indonesien oder Thailand nach Singapur ausgeflogen wurden.
Reiseapotheke für Singapur mit Kindern
Die gut gepackte Reiseapotheke ist natürlich besonders bei Fernreisen mit Kindern absolut sinnvoll. In Singapur gibt es Dank guter medizinischer Versorgung aber auch alles kurzfristig zu kaufen.
Babyutensilien / Hygieneartikel
Du findest in Singapur alles, was du für Babies und Kleinkinder benötigst.
Verkehrsmittel beim Städtetrip mit Kindern
Singapur bietet viele Möglichkeiten zur Fortbewegung innerhalb der Stadt. Manche davon sind empfehlenswert, manche eher nicht.
Zu Fuß unterwegs sein
Je nach Lage deines Hotels kannst du einen Teil der Stadt zu Fuß erkunden. Bitte bedenke unbedingt, dass vor Ort oft sehr heiß mit großer Luftfeuchtigkeit ist.
Busfahren mit Kindern in Singapur
Der Bus ist in Singapur kann ein praktisches Verkehrsmittel sein.
Vorteile:
- Dichtes Netz an Haltestellen
- Doppeldecker-Busse für einen guten Ausblick als Sightseeing
- Bequem per Kreditkarte oder Apple/Google Pay beim Einsteigen/Aussteigen bezahlen
Du brauchst also keine separaten Tickets, das ist super komfortabel.
Die Nachteile von Bussen in Singapur kommen vor allem in der Rush Hour zum Tragen, da es nicht immer Busspuren gibt und die Busse somit auch im Verkehr feststecken können. Außerdem sind sie je nach Route recht voll. Falls du mit Kindern verreist, solltest du sie kurz vor der Ankunft an die Hand nehmen und gemeinsam einsteigen.
Am letzten Abend sind wir mit dem Bus von der Marina Bay zurück zur Orchard Road. Das war sehr entspannt, angenehm und günstig.
Die U-Bahn (MRT)
Singapurs Metro-Netz (MRT – Mass Rapid Transit) ist in den letzten Jahren stark gewachsen und höchstmodern. Die meisten Linien sind fahrerlos und so ist es besonders interessant, ganz vorne einzusteigen und einfach zum Fenster vorne rauszuschauen.
Wie bei den Buslinien kannst du einfach mit Kreditkarte durch die Drehkreuze innerhalb der Stationen und darüber die Fahrten bezahlen. Der Preis wird ebenfalls basierend auf der zurückgelegten Strecke berechnet.
Die Metro ist klimatisiert, sauber und ein tolles Verkehrsmittel, wenn die Stationen dich nah genug an dein Ziel bringen. Wir haben sie oft genutzt.
Achtung: Komm‘ nicht auf die Idee, Essen oder einen Kaffee to-go mit in die Bahn zu nehmen. Das wird teuer! Essen und trinken sind dort verboten.
Taxi oder Gojek / Grab
Wir sind in Singapur nur zwei Mal mit dem Auto unterwegs gewesen. Nach unserer Ankunft am Flughafen haben wir Gojek installiert und damit ein Auto gebucht. Gojek ist neben Grab das Uber Südostasiens. Das war schnell da, ein schicker, teurer Mercedes mit sehr angenehmem Fahrer. Wir haben ein bisschen was über Singapur, die Löhne und die Preise erfahren und waren deutlich schneller am Hotel, als mit der Metro. Beim zweiten Mal waren wir zu gestresst und die Kinder zu müde, um vom FoodMarket heimzulaufen.
Der Verkehr ist in Singapur zur Rush Hour ein Spaßverderber. Sie ist zwischen 7 und 9 Uhr morgens und zwischen 6 und 8 Uhr abends. In dieser Zeit solltest du Autos und Busse vermeiden – Ausnahmen bestätigen die Regel. Schau doch am besten kurz, was Google Maps bzgl. Verkehrsaufkommen und Staus sagt.
Ist Mai/Juni eine gute Reisezeit für Singapur?
Von November bis Februar ist typischerweise Regenzeit, das heißt, du musst öfter mit kurzen und starken Schauern rechnen. Du kannst trotzdem das ganze Jahr über hin. Es ist immer schwül und tropisch warm bis heiß.
Bei uns knallte morgens die Sonne, ab dem Mittag zogen oft ein paar Wolken durch – Regen hatten wir nur an einem Tag, es war aber eher ein Nieseln.
Wann sich ein Zwischenstopp in Singapur lohnt und wann eher nicht
| du liebst Singapur wenn… | Singapur ist eher nichts für dich wenn… |
|---|---|
| …du moderne Städte magst | …du Ruhe und Entspannung suchst |
| …du neugierig auf Vielfalt bist | …du eigentlich nur Baden möchtest |
| …du auf Shopping stehst | …du Stau und Verkehrschaos hasst |
| …du tropisches Klima magst | …du eine schöne Altstadt suchst |
Singapur hat viel zu bieten. Du kannst locker eine Woche dort verbringen, jeden Morgen etwas anschauen, nachmittags am Hotelpool oder an einen Strand gehen (am besten auf Sentosa Island) und so Sightseeing mit Entspannung kombinieren.
Genausogut kannst du einen kurzen Zwischenstopp nutzen und dir in 2-3 Tagen die Highlights anschauen und weiterfliegen.
Unser Fazit zu Singapur als Familie
Singpur ist eine unglaublich moderne Großstadt mit sehr freundlichen und gleichzeitig eher distanzierten Menschen. Es herrscht viel Konformität, obwohl sich die Bevölkerung aus vielen Kulturen und verschiedenen Ländern zusammensetzt. Wir haben uns zu jederzeit absolut sicher gefühlt – wo, wenn denn auch nicht in Singapur! Die Stadt hat uns super gefallen und auch wenn einiges an ihr sehr künstlich ist, ist sie beeindruckend. Gleichzeitig hat sie auf engem Raum sehr viel zu bieten.
Singapur mit Kindern ist auf jeden Fall möglich, wenn man sich etwas mehr Zeit nehmen kann. Gerade mit Kleinkindern wäre es definitiv zu viel, alles an 2 Tagen anschauen zu wollen – wir haben zumindest gemerkt, dass es ganz gut war, langsamer machen und Rücksicht auf die Kids nehmen zu können. Kinder sind willkommen, auch wenn man irgendwie sehr wenig Kinder sieht.
Die Preise sind hoch, sowohl für Unterkünfte, als auch für Verpflegung – mit einigen Tipps (siehe oben), lässt sich Geld sparen.
Den Vergnügungspark und die Strände auf Sentosa Island haben wir ausgelassen, da wir im Anschluss unsere kleine Bali-Rundreise gestartet haben und dort genügend Strände auf dem Programm standen.
Unsere Highlights
1. Spectra Lichtshow
Die Show war beeindruckend und wir haben uns danach noch einen Drink an einer der Bars gegönnt. Das war ein wunderschöner Abschluss.
2. Supertrees
Wir sind nicht auf die Bäume hoch und haben die Show von unten genossen. Sie war noch beeindruckender als Spectra.
3. Wasserspielplatz
Der oben erwähnte Wasserspielplatz war definitiv ein Highlight. Es hat Spaß gemacht, den Kids zuzuschauen und sie einfach spielen zu lassen.
4. Cloud Forest
Das Gebäude und vor allem das Innere ist echt surreal. Man ist plötzlich in einer Art Dschungel und läuft und läuft und staunt. Der Flower Dome hingegen war eher enttäuschend. Lag vielleicht daran, dass es gerade eine Tulpenausstellung gab.


















0 Kommentare